B 31: Jetzt geht es um die Finanzierung

Friedrichshafen – „Wir haben mit den Arbeiten für die Ausführungsplanung begonnen, damit wir, wenn aus Berlin grünes Licht für die Finanzierung kommt, ohne Zeitverzögerung an die Ausschreibung gehen können“, berichtete Axel Bernhard, Pressereferent des Regierungspräsidiums Tübingen, am Freitag über den Stand des 70 Millionen-Projekts B 31 neu FN-West, nachdem, wie gestern berichtet, der Planfeststellungsbeschluss gültig ist. Aktuell gibt es Vermessungen für die Bauwerke auf der 7,1 Kilometer langen Strecke.

Allerdings wird nicht mit Hochdruck daran gearbeitet, denn es gibt andere, aktuelle Projekte. „Wir werden aber in jedem Fall rechtzeitig fertig sein. Wenn Geld kommt, wird vermutlich erst die B 30 drankommen“, sagte Bernhard. Der Weiterbau der B 30 Ravensburg-Süd sei länger planfestgestellt und es gab bereits mit der Schussenverlegung umfangreiche Vorarbeiten.

Diese Einschätzung teilt auch Lothar Riebsamen, CDU-Bundestagsabgeordneter. „Das Argument, der Planfeststellungsbeschluss der B 31 sei noch nicht rechtkräftig, ist jetzt weg“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete: „Damit stehen wir jetzt oben dran.“ In der Region gebe es jedoch die Absprache, erst die B 30 weiterzubauen, dann folge die B 31. Allerdings, erläuterte Riebsamen die Finanzsituation, seien viele laufende Projekte, die mit den Konjunkturprogrammen begonnen wurden, noch nicht beendet und damit Mittel gebunden. Aber, so der Bundestagsabgeordnete: „Ich vertrete nicht die Ansicht, dass wir bei den Infrastrukturmaßnahmen mit dem Sparen beginnen dürfen.“ Im Zusammenhang müsse gesehen werden, dass der Staat Steuereinnahmen brauche, die erziele er nur bei einer florierenden Wirtschaft und die brauche eine gute Infrastruktur. „Unsere Raumschaft ist ein wirtschaftliches Kraftzentrum“, sagte Riebsamen, und könne diese Effekte generieren. Es gelte deshalb an einem Strang zu ziehen, um die neuen Abschnitte von B 30 sowie B 31 zu verwirklichen.

Die Landtagsabgeordneten Ulrich Müller (CDU) und Norbert Zeller (SPD) fordern die Landesregierung unmissverständlich auf, mit dem Bund zu klären, dass die B 31 neu nach weit oben in der Prioritätenliste kommt und so schnell wie möglich Mittel für ihren Bau zur Verfügung gestellt werden. Ulrich Müller verlangt zur besseren Finanzierung des Bundesfernstraßenbaus die Einführung der Pkw-Vignette.

„Im Kampf um das Geld geht der Fokus jetzt nach Stuttgart“, sagt Rolf Schilpp, Sprecher von Pro B 31. Das Land müsse mit dem Bund einen Priorisierungsplan aufstellen, der die B 31 neu ab 2011 nennt und das Land damit endlich seine Versprechungen wahr machen. Falls man „wieder am Katzentisch bedient werde“, hofft Schilpp, dass die Wähler den verantwortlichen Parteien im Kreis bei der Landtagswahl 2011 einen deutlichen Denkzettel verpassen.

„Unserer juristischer Versuch, den Schnetzenhauser Knoten aus der B 31-Planung rauszuklagen, ist gescheitert“, sagt Walter Zacke von der Bürgervereinigung Pro Kluftern. Gegen eine B 31-Umgehung sei man ja nicht gewesen, hätte aber durch das Verfahren keine andere Wahl gehabt, als insgesamt dagegen zu klagen. Das letztendliche Ziel der Bürgervereinigung sei aber die Verhinderung der bahnparallelen Trasse der K 7743 neu (Schnetzenhausener Knoten Richtung Markdorf) – und hier werde man eine neue Strategie finden. Dieses andere, bisher ruhende Verfahren, kann jetzt aufgrund der Rechtskraft des B 31-Planfeststellungsbeschlusses wieder aufgenommen werden.