Der
Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der B 31 in Friedrichshafen wird
rechtskräftig. Eine Revision gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs
Baden-Württemberg hat das Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen.
Protestaktion
mit Baggern: Im vergangenen November übten sich im Schulterschluss (von links):
Bürgermeister Peter Hauswald, OB Andreas Brand, Landrat Lothar Wölfle, Erster Bürgermeister Stefan Köhler, Rolf Schilpp von Pro B 31 und die Gemeinderäte Ursula
Klink-Eberhard, Roland Frank, Norbert Fröhlich und weitere.
Archivbild:
lancé
Friedrichshafen/Tübingen –
Am frühen Abend kam gestern die Mitteilung des Regierungspräsidiums (RP)
Tübingen, auf die viele in der Region bereits lange gewartet haben: Das
Bundesverwaltungsgericht wird die Revision gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs
(VGH) Baden-Württemberg zum Neubau der Bundesstraße 31 Friedrichshafen nicht
zugelassen. „Nachdem in dem VGH-Urteil im Juli 2009 beide Klagen gegen den
Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Tübingen zur Verlegung der
B 31 zwischen Immenstaad und Friedrichshafen abgewiesen wurden und die Revision
dagegen nicht zugelassen wurde, wird der Planfeststellungsbeschluss des
Regierungspräsidiums Tübingen endgültig rechtskräftig“, heißt es weiter. Die
Begründung des Bundesverwaltungsgerichts liege noch nicht vor.
Was seit Jahrzehnten währt,
wird also in den Augen vieler endlich gut. „Der heutige Tag ist für die Stadt
Friedrichshafen, aber auch für die ganze Bodenseeregion ein bedeutender
Meilenstein“, wird Regierungspräsident Hermann Strampfer
zitiert. Er versichere, dass bei der Verwirklichung der neuen B 31 dem Schutz
der betroffenen Anwohner wie auch dem Schutz von Natur und Landschaft ein
besonderes Gewicht beigemessen werde.
Viele
Vertreter aus Politik und Wirtschaft dürften erst spät von der Entscheidung
erfahren haben. Wurde doch in Ravensburg der Abschied von Hermann Vogler als
Oberbürgermeister gefeiert. Eine erste Reaktion gab es jedoch aus dem Häfler Rathaus: „Die Politiker können sich nun nicht mehr
länger hinter dem schmalen Schatten der Nichtzulassungsklage verstecken“, sagte
Oberbürgermeister Andreas Brand. Verständnis reiche nicht mehr aus. „Jetzt
fordern wir Taten“. Er warnte davor, durch Kürzungen im Finanzhaushalt für den
Bundesstraßenbau den Ausbau der B 31 weiter zu verzögern. „Dies werden wir
nicht mehr länger hinnehmen“, sagte Brand. Was eben noch fehlt, ist das Geld.
Rolf Schilpp, Sprecher des Bündnisses „Pro B 31“,
setzt auf den Straßenbau-Etat 2011 des Bundes. „Wir werden mit allen legalen
Mitteln dafür kämpfen, dass das Land die neue B 31 für 2011 mit entsprechender Priorisierung vorschlägt.“ In der Region sei es schon eine
Besonderheit, dass gegen alles geklagt werde. „Sonst wären wir schon weiter“,
so Schilpp. Die BVG-Entscheidung sei ausgefallen, wie
von ihm von Anfang erwartet.